Mitbestimmung und Diskurs

Die Angelegenheiten von Gesellschaft, Politik und Stadtentwicklung selbst in die Hand zu nehmen, war einer der Ursprungsgedanken bei der Gründung des Aktionsradius Augarten 1992 (bzw. der Arbeitskreise Augarten und Gaußplatz in den Jahren davor).

Seit diesen Anfängen wurden unterschiedliche Modelle gesellschaftspolitischer Mitbestimmung und Partizipation erfolgreich, zielorientiert oder auch spielerisch praktiziert (Arbeitskreis Augarten, Pilotprojekt/Neugestaltung Gaußplatz, Kulturnetz 21/22, Parla-Parkparlamente, Kunstprojekt AugartenStadt).

Mit der Entwicklung vom Grätzel-Akteur zum Stadt-Akteur und dem Relaunch als Aktionsradius Wien 2007 (als sich die Finanzkrise bereits anbahnte) wurde der Fokus auf aktuelle gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Themen verstärkt, die seither in Form von Diskussionen, Vorträgen, Filmabenden, Kunstprojekten umgesetzt werden. Der Aktionsradius transformierte sich zum Themenveranstalter und Diskussionsforum, in dem die aufregenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen unserer Zeit diskutiert, reflektiert und ausgehandelt werden.

In einem Zeitalter der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Krisen (Bankenkrise, Eurokrise, Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, Krise der Demokratie, Arabischer Frühling, Nahostkonflikte, Kriege in Syrien, Ukraine etc.) werden die Themen auch in Zukunft nicht ausgehen.

Impressionen

Kalender

März
 
DI 10. März 2020
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Podiumsdiskussion

Unter der Moderation des Historikers und Balkanexperten Robert Pichler (Österreichische Akademie der Wissenschaften) diskutieren die Autoren Thomas Schmidinger und Hannes Hofbauer über die „Umkämpfte Region Kosovo“.

Der Diskussionsabend wird die aktuellen Probleme des ethnisch, religiös und politisch vielfältigen sowie nicht allseits anerkannten jüngsten Staates Europas in den Mittelpunkt rücken, Zwanzig Jahre nach dem Krieg und elf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo bleibt das Land eine umkämpfte Region – politisch instabil und ökonomisch an den Rand gedrängt. www.bahoebooks.net; www.mediashop.at

Eintritt: Freier Eintritt - Spende willkommen!

Aktionsradius Wien
Gaußplatz 11
1200 Wien

Programmschiene:
DI 17. März 2020
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Film und Gespräch mit Djordje Čenić

Unten ist für viele Gastarbeiterfamilien im deutschsprachigen Raum Kroatien, Bosnien, Serbien, Herkunftsland, identitätsstiftender Bezugspunkt, Heimat, Ex-Jugoslawien, kultureller Background, Reisedestination, Kriegsregion und mehr. Djordje Čenić unternimmt mit Aufnahmen der Familienkamera und aktuellen Zeugnissen von Orten, Menschen und Erinnerungsstücken eine Reise in seine Vergangenheit als Gastarbeiterkind in Linz bis heute. Seine österreichisch-jugoslawische Herkunft dient als Ausgangspunkt für eine politische und persönliche Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln und der eigenen Identität. Čenić gewährt tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte und illustriert dabei den Spagat zwischen "oben" und "unten", der exemplarisch für Generationen von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern steht. https://www.film.at/unten

Eintritt: Freier Eintritt - Spende willkommen!

Aktionsradius Wien
Gaußplatz 11
1200 Wien

Programmschiene:
DI 24. März 2020
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Buch Marko Dinić, Gespräch mit Mischa Hendel

Belgrad, Bomben und ein Krieg, der nicht vergehen will: Der in Salzburg/Wien lebende und auf Deutsch schreibende serbische Schriftsteller Marko Dinić beschreibt in seinem Debütroman "Die guten Tage" Impressionen aus einer Belgrader Jugend während der Bombardierung der Stadt im Jahr 1999. Er spannt den Bogen aber bis zur Gegenwart – mit einer Busfahrt, die von Wien via Budapest Richtung Belgrad führt. Als gemächliche Fahrt könnte man den „Gastarbeiter-Express“ nicht bezeichnen, es geht hoch her an Bord des Busses, in dem die serbische Diaspora auf Heimatbesuch fährt. Es wird geflucht, gegrölt und gegen Kroaten, Muslime, Amerikaner, Österreicher oder Politiker gewettert. Mittendrin in diesem Inferno: Ein Ich-Erzähler, der kurz nach der Matura und den Nato-Bombardements Belgrad verließ, um in Wien das Fürchten zu lernen.

Marko Dinić liest aus seinem Buch „Die guten Tage“, und der Autor/Radioredakteur Mischa G. Hendel führt ein Gespräch mit Marko Dinić zu seinem Debutroman, zu seiner Jugend in Belgrad und zu seinem Leben in Österreich.

Eintritt: Freier Eintritt - Spende willkommen!

Aktionsradius Wien
Gaußplatz 11
1200 Wien

Programmschiene:
FR 27. März 2020
15:00 Uhr
wird bekanntgegeben

Sport gegen Spaltung | StadtFlanerie mit Ljubomir Bratić

Ein Stadtspaziergang des Aktionsradius Wien in Little Beograd, wie man Teile des 15. Wiener Gemeindebezirks nennen könnte. Sport gehört nicht gerade zu den wichtigsten Inhalten, die den Kopf des post-jugoslawischen Intellektuellen Ljubomir Bratić füllen, aber unser Thema hat es ihm angetan.

Bratić hat die Route zusammengestellt; er ist unser Guide und wird die Gespräche moderieren.
Unsere GesprächspartnerInnen sind Gordana Iljić-Marković (Slavistin, Mutter von Srna Markovic, Österreichische Nationalmannschaft in Volleyball), Blaško Papić (ehemaliger Hauptorganisator der Jugo-Liga), Dario Brentin (Dissertation über Nationalismus im Sport, angefragt) und Vertreter der Vereine FavAC und Rapid Wien (angefragt).

Eintritt: Kosten: 10 Euro

Anmeldung erforderlich – Ort/Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben! 

Infos und Anmeldung: 01 332 26 94, office@aktionsradius.at

Programmschiene:
DI 31. März 2020
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Ajna Jusić im Gespräch mit Melisa Erkurt

Ist die Vergewaltigung von Frauen eine besonders effektive Kriegswaffe? Nach Schätzungen wurden bis zu 50.000 Frauen während des vier Jahre dauernden Bosnienkriegs vergewaltigt, mehrheitlich Musliminnen – alte wie junge, systematisch organisiert. Ziel war unter anderem die ethnische Vertreibung der muslimischen Bosnier. In patriarchalen Gesellschaften gilt die sexualisierte Gewalt an Frauen auch als besondere Demütigung der Männer. Unter den Opfern war auch Ajna Jusićs Mutter.

Ajna Jusić ist eines der etwa 4000 "children born of war" - und heute eine junge Frau aus Sarajevo, die ihr Schicksal als „forgotten child of war“ selbst in die Hand genommen hat. Sie ist vom Opfer zur Aktivistin geworden und hat die Organisation „Vergessene Kinder des Krieges“ mitbegründet, um Gerechtigkeit einzufordern und andere Kriegskinder weltweit zu unterstützen.

Wir haben Ajna Jusić nach Wien eingeladen, um in einem Gespräch mit der Wiener Journalistin Melisa Erkurt über ihr Schicksal und ihre Initiative zu berichten. Moderatorin Melisa Erkurt (ORF, Falter, Biber) ist selbst in Sarajevo geboren und mit ihrer Familie im Zuge des Bosnienkrieges nach Österreich geflüchtet. Das Gespräch findet in bosnischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt (Übersetzung: Esma Diman-Murselović). Der Kontakt zu Ajna Jusić wurde durch das in Wien ansässige bosnische Frauenforum „Mimosen“ (Azra Merdzan) vermittelt.

Eintritt: Freier Eintritt - Spende willkommen!

Aktionsradius Wien
Gaußplatz 11
1200 Wien

Programmschiene: