Eigenverantwortung und urbane Bewegungen

Der Aktionsradius ist aus einer Stadtplanungsinitiative bzw. aus partizipativen Stadtteilprojekten entstanden. Die aktive Gestaltung des eigenen Stadtteils, die Umsetzung konkreter Verbesserungsmaßnahmen sowie das Übernehmen von Eigenverantwortung für das eigene Wohnumfeld waren tragende Gedanken des Projekts.

Die Neugestaltung des Gaußplatzes, vier Spielplätze im Augarten, ein neuer Parkeingang, die bauliche Sanierung und Eröffnung der Gedenkstätte Karajangasse, eine Reihe von Image- und Infrastrukturmaßnahmen im Augarten (initiiert durch das Projekt Kultur.Park.Augarten.) oder die Entdeckung neuer Spielorte in anderen Stadtteilen (Arena Bar, Heizhaus Stammersdorf, StadtFlanerien Wien) sind nur einige der vielfältigen Maßnahmen, die den Stadtteil und die Stadt nachhaltig belebt und verändert haben.

Heute wird es immer schwieriger, sich aktiv in die Gestaltung von Stadt und Stadtteil einzubringen. Städte sind Orte der Fremdbestimmung geworden. Stadtplanung und Baupolitik werden immer mehr von einseitigen Wirtschaftsinteressen unter Druck gesetzt. Vielfach sind es Investorengruppen, oft „global player“, die über die spezielle Aura der jeweiligen Städte „drüberfahren“. Im Widerstand gegen diese Fremdbestimmung sind überall, auch in Wien, urbane Projekte und Bewegungen entstanden, die das Gemeinsame sowie die Partizipation der StadtbewohnerInnen und StadtnutzerInnen auf die Tagesordnung setzen: von Zwischennutzungsprojekten bis zu Gemeinschaftsgärten (Urban Gardening), von Co-Working bis zu Sharing-Konzepten und Sharing-Communities, von Street Art bis zu Parties und Aktionen im öffentlichen Raum.

Im Aktionsradius Wien werden urbane Projekte und Trends im Rahmen von Veranstaltungen oder StadtFlanerien thematisiert und diskutiert. Auch deren Rahmenbedingungen, Motivation und Nachhaltigkeit sowie ihre Standfestigkeit gegenüber Einverleibungs- und Domestizierungsversuchen durch die Immobilienbranche, den kommerziellen Kunstbetrieb oder die Stadtverwaltung werden beleuchtet.

Impressionen

Kalender

November
 
SO 07. November 2021
12:00 Uhr
Ort wird bekanntgegeben

Exkursion mit Andrea Hiller

Die Exkursion führt nach Gutenstein, zum Tiny House Projekt „Wohnwagon“ (www.wohnwagon.at) und zur „Dorfschmiede“ (www.dorfschmiede.net), einem kollektiven Projekt für nachhaltige Lebensräume, das Gleichgesinnte „zusammenschmiedet“, um neue Ideen ins Dorf zu bringen. Das junge Kollektiv setzt auf lebendige, menschliche Verbindungen (wirtschaftlich und sozial), die den Weg in die Zukunft weisen – heraus aus den komplexen Problemen unserer Zeit. Menschliche, greifbare Maßstäbe, altes und neues Wissen, Verbundenheit untereinander und mit der Natur – das brauchen wir!

Neu vitalisierte Gebäude wie der ehemalige Gasthof können Räume für Selbstbestimmung und Verbundenheit sein. Dort treffen sich Menschen mit unterschiedlichen Potentialen, als Akteure und nicht als Konsumenten. Und der einzelne kann sich selbst als aktiver Teil des (kleinen) großen Ganzen begreifen.

Autarke Netzwerke bewusst zu unterstützen, daran wird in der Dorfschmiede Gutenstein aktiv "geschmiedet". So ist bspw. die Verwurzelt Gemüsegärtnerei (www.verwurzeltgemüsegärtnerei.at) ebenfalls aus dem Projekt entstanden, um die Beteiligten mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen und der "Wohnwagon" verschickt die hier produzierten fast autarken Tiny Häuser nach ganz Europa.

Eintritt: 20 Euro

Anmeldung erforderlich unter office@aktionsradius.at
Teilnehmeranzahl begrenzt - first come first serve!

Der Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Veranstaltung findet im Freien statt!

Bitte kommen Sie gesund!