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Künstlerisches Gutachten aus Spanien, dem
Kernland der Siesta, zur Mag. art. Luis
Martín Pérez |
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Zur Stunde, in der die Hitze am größten ist, ist ein Ausruhen
nach dem Essen, ein Abschalten nötig, um danach die Nachmittags-Aktivität zu
beginnen. Um eine Arbeit weiterzuführen, oder von einer zu wechseln, die wir
– fast immer des Geldes wegen – für andere tun. Eine kurze Siesta, nicht mehr als eine halbe Stunde, hilft – nebst
einem Kaffee nach dem Aufwachen – sich lust- und energiegeladen der eigenen
kreativen Arbeit zu widmen. Die Probleme und äußeren Zwänge scheinen „einzunicken“
und ermöglichen so, die Alltagsaufgaben wegzuschalten und den Nachmittag mit
mehr Konzentration für das angestrebte Vorhaben zu beginnen. Sind wir körperlich oder geistig müde, ist es ein Genuss,
manchmal auch ein Bedürfnis, sich eine Weile hinzulegen, mit der Vorstellung
von dem, was wir nachher in Angriff nehmen werden. Im kurzen Schlaf stellen
wir uns schon darauf ein, manchmal stellen wir uns sogar eine Veränderung,
ein neues Detail vor, das unser Projekt verbessern kann. Aber man muss aufpassen, die Zeit der Siesta nicht zu übersehen.
Wenn wir zu lange schlafen, reagieren wir danach nur langsam und es ist
vielleicht schwer, wieder in Schwung zu kommen; jede Person hat die für sie
optimale Zeitdauer zu erproben. Allerdings kann eine lange Siesta bewirken,
dass wir später am Abend munterer sind und so länger arbeiten – oder auch
feiern – können. Es ist ratsam, hin und wieder auf die Siesta zu verzichten, um
eine zu große Abhängigkeit zu vermeiden, und wenn wir sie dann aus
irgendeinem Grund nicht halten können, dass dies nicht eine große Entbehrung
oder sogar ein Problem bedeutet. Draußen auf der Straße, vor allem im Sommer, wenn man um ca. 3
Uhr nachmittags einen Rundgang durchs Viertel macht, ist man dankbar für die
relative Ruhepause der städtischen Aktivität, die ja bald darauf durch die
wieder öffnenden Geschäfte und die Zunahme des Verkehrs gebrochen wird. |