Künstlerisches Gutachten aus Spanien, dem Kernland der Siesta, zur
Verordnung 2008/06/03-27/13-16 des Stadtrates zur Verzögerung der Zeit:
Nehmen Sie sich Zeit - verbindliche Siesta im Juni 2008 in der AugartenStadt

 

Mag. art. Luis Martín Pérez

 

 

Zur Stunde, in der die Hitze am größten ist, ist ein Ausruhen nach dem Essen, ein Abschalten nötig, um danach die Nachmittags-Aktivität zu beginnen. Um eine Arbeit weiterzuführen, oder von einer zu wechseln, die wir – fast immer des Geldes wegen – für andere tun.

 

Eine kurze Siesta, nicht mehr als eine halbe Stunde, hilft – nebst einem Kaffee nach dem Aufwachen – sich lust- und energiegeladen der eigenen kreativen Arbeit zu widmen. Die Probleme und äußeren Zwänge scheinen „einzunicken“ und ermöglichen so, die Alltagsaufgaben wegzuschalten und den Nachmittag mit mehr Konzentration für das angestrebte Vorhaben zu beginnen.

 

Sind wir körperlich oder geistig müde, ist es ein Genuss, manchmal auch ein Bedürfnis, sich eine Weile hinzulegen, mit der Vorstellung von dem, was wir nachher in Angriff nehmen werden. Im kurzen Schlaf stellen wir uns schon darauf ein, manchmal stellen wir uns sogar eine Veränderung, ein neues Detail vor, das unser Projekt verbessern kann.

 

Aber man muss aufpassen, die Zeit der Siesta nicht zu übersehen. Wenn wir zu lange schlafen, reagieren wir danach nur langsam und es ist vielleicht schwer, wieder in Schwung zu kommen; jede Person hat die für sie optimale Zeitdauer zu erproben. Allerdings kann eine lange Siesta bewirken, dass wir später am Abend munterer sind und so länger arbeiten – oder auch feiern – können.

 

Es ist ratsam, hin und wieder auf die Siesta zu verzichten, um eine zu große Abhängigkeit zu vermeiden, und wenn wir sie dann aus irgendeinem Grund nicht halten können, dass dies nicht eine große Entbehrung oder sogar ein Problem bedeutet.

 

Draußen auf der Straße, vor allem im Sommer, wenn man um ca. 3 Uhr nachmittags einen Rundgang durchs Viertel macht, ist man dankbar für die relative Ruhepause der städtischen Aktivität, die ja bald darauf durch die wieder öffnenden Geschäfte und die Zunahme des Verkehrs gebrochen wird.