
Aktionsradius Wien / Mai 2007:
SOME LITTLE ISTANBULS
Parallelgesellschaft –
dieses Wort steht seit einigen Jahren für ein aktuelles Bedrohungsszenario. Es meint
die Abkapselung vorwiegend muslimischer Zuwanderermilieus, denen vermeintlich
jeder Integrationswille fehlt. Der Volksmund spricht – meist abwertend – von
den „Klein Istanbuls“ in den Wiener Außenbezirken. Ernster zu nehmen sind die
Sorgen, die von MigrantInnen selber geäußert werden, wenn sie an
Ghettoisierungstendenzen oder an den Auftrieb islamistischer Werte und
Positionen denken. Ihr Gegenbegriff zur Abschottung (aber auch zur Leerformel
„Integration“) heißt Partizipation, Teilnahme.
In Spezialfällen gewinnen auch Ausländerfeinde der Parallelgesellschaft liebliche Seiten ab – insbesondere, wenn sich die „Unsrigen“ in der Fremde assimilierungsresistent zeigen. Den Dörfern Tiroler Auswanderer in Brasilien und Peru wird allseits Bewunderung entgegen gebracht, eben weil sie sich lange als immun gegen die Integration in die lateinamerikanische Realität erwiesen. Ein Monatsprogramm mit Debatten, „Gastarbeiter-Deutsch“-Literatur, Dia-Shows und Livemusik ...
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D A S M O N A T S T H E M A /
Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
Detailinfos): |
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Ausstellung des Monats: 25 JAHRE
KINDERGALERIE LALIBELA |
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Dienstag, 8.5. Mehmet Emirs Foto-Show 1 ISTANBUL DARF NICHT WIEN WERDEN |
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Freitag, 11.5. Club Vagabund AKTIONSRADIUS ISTANBUL-WIEN |
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Dienstag, 15.5. Podiumsdiskussion EVENTUELL AUCH PARALLEL? |
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Dienstag, 22.5. Mehmet Emirs Foto-Show 2 MEINE REISE NACH HAUSE |
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Dienstag, 29.5. Dia-Show von Georg Lembergh COLONIA TIROL |
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Donnerstag, 31.5. Goran Novakovic & Amir P. Peyman TARZANDEUTSCH |
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1.5.-30.6. Spendenaktion BOCK AUF BIER im Aktionsradius Wien |
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Sonntag, 6. Mai 2007 LANGE NACHT DER LIEBE |
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S O N S T I G E S &
K O O P E R A T I O N E N
/ Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
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Samstag, 28.4. ParkPartie
Augarten DER FRÜHLING MIT
SEINEN REIZEN |
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Donnerstag, 3.5. Literarisches
Wunschkonzert LITERATURSHOW |
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Freitag, 4.5. Balkan, Klezmer, Tantz, Getümmel BAKSHISH BRASS BAND |
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Montag, 7.5. Es spitzt sich zu, am Augartenspitz ... BÜRGERVERSAMMLUNG |
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Mittwoch, 9.5. Todesmärsche 1944-1945 MOBILES ERINNERN |
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Donnerstag, 10.5. Das Wienerlied zu Gast in der Leopoldstadt WIENERLIED-UND? |
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Montag, 14.5. Mare, More, Vino LIEDER AUS DALMATIEN |
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Miensteg, 20.5. The Longfield Gospel Singers GOSPEL-SONGS UND SPIRITUALS |
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Sonntag, 27.5. Philosophisches
Café DAS ANREGENDSTE SONNTAGSFRÜHSTÜCK |
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Donnerstag, 31.5. Literarisches
Wunschkonzert LITERATURSHOW |
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V O R S C H A U /
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JUNI 2007 Kleines Wien-Bratislava-Festival | Malí
festival Vieden-Bratislava NACHBAROVA |
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Aktionsradius Wien / Mai 2007
SOME LITTLE
ISTANBULS
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D A
S M O N A T S T H E M A I M
D E T A I L : |
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Donnerstag, 26.4. Vernissage mit Musik 25 JAHRE KINDERGALERIE LALIBELA Seit 25 Jahren gibt
es im 2. Wiener Gemeindebezirk die 1. Wiener Kindergalerie Lalibela, seit 20
Jahren am Standort Obere Augartenstraße: Die Kreativität der Kinder zu
fördern, sie zu erhalten und durch viele Begegnungen auszubauen war von
Beginn weg das Ziel von Lalibela. Ebenso die Tatsache, dass Kreativität nicht
Selbstzweck ist, sondern in einem sozialen und kulturellen Zusammenhang
steht. Das Angebot besteht aus Kursen (Malen, Zeichnen, Töpfern, Bauen,
Collagieren), Veranstaltungen, Workshops, Projekten für Schulklassen und
Hortgruppen. Feste für Kinder wie z.B. ein mexikanisches Kinderfest (2005),
„Das Lied des Känguruh – zu Besuch in Australien“ (2006) oder die Begegnungen
mit jungen KünstlerInnen finden sich ebenso im Programm. Von großer Bedeutung
ist das gemeinsame kreative Erleben von Kindern mit ihren Bezugspersonen.
Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren können in der Galerie ihre Phantasie auf
vielfältige Weise sichtbar machen. Eröffnung
durch Herrn Bezirksvorsteher Gerhard Kubik, Musik: Musisch-kreative
Hauptschule Staudingergasse 6. Beginn: 18.00 Uhr, Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26 94,
www.aktionsradius.at Öffnungszeiten: bis 31. Mai, MO-DO
10.00-17.00 Uhr, bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung. |
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Mehmet Emirs Foto-Show 1 ISTANBUL DARF NICHT
WIEN WERDEN Mehmet
Emir, Sozialarbeiter und Künstler, fühlt sich in (mindestens) drei Welten
nicht als Fremder: in dem osttürkischen Dorf, in dem er aufwuchs; in Wien,
der Stadt seiner Freunde und Freundinnen, der Stadt, die ihm das Überleben
sichert; schließlich in Istanbul, das ihm in mancherlei Hinsicht
weltstädtischer als Wien erscheint. Den populistischen Slogan „Wien darf
nicht Istanbul werden“ will er mit Unterstützung seiner Kamera ad absurdum
führen. Seine Foto-Show ist eine Hommage an eine Metropole, für deren
Pulsieren es keinen deutschen Begriff gäbe, wenn der Puls von Wien als Maß
alles Pulsierens feststünde. Eine „verführerisch purpurne
Oriental-Soul-Stimme“ (so war kürzlich zu lesen) erwartet die Gäste nach den
Bildern. Sie gehört dem Sänger und Gitarristen Alp Bora. Der stammt zwar aus
der Konkurrenzstadt Ankara, ist inzwischen Ottakringer geworden, aber er
teilt Emirs Liebe zu Istanbul. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 7 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26
94, www.aktionsradius.at |
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Club Vagabund AKTIONSRADIUS
ISTANBUL-WIEN Das
Café-Restaurant Derwisch am Gürtel ist eine kulturelle Oase in einem der
dichtesten Wiener Rotlichtzonen. Es ist zu einem kleinen Zentrum der
transkulturellen Begegnungen geworden: Im Veranstaltungskeller dieses
„türkischen Beisels“, das mit seiner konzeptionellen Offenheit wie eine
demonstrative Gegenwelt zu den Parallelwelten anmutet, fühlen sich
MusikerInnen und Gäste aus Österreich, aus Afrika oder aus den üblichen
„Gastarbeiter“-Heimatländern wohl. Die Friday Nights gehören hier dem
Oriental-Balkan-Gipsy-Multikulti-„Club Vagabund“, der jeden zweiten Freitag
Live-Konzerte und dazwischen Discos veranstaltet. Aktionsradius und Vagabund
laden zum ersten gemeinsamen Termin ein: 20.00 Uhr: Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul. Film von Fatih Akin.
Alexander Hacke, seit über 20 Jahren Mitglied der Band Einstürzende
Neubauten, packte für seine Istanbul-Reise nicht nur seine Bassgitarre ein,
sondern auch ein mobiles Aufnahmestudio und sein „Wundermikrophon“, mit dem
er schon viele Stimmen und Klänge aus aller Welt eingefangen hat. Mit einer
Verfahrensweise, die er „Street-Recording“ nennt und die es erlaubt, an jedem
erdenklichen Ort eine professionelle Musikaufnahme zu machen, fängt er die
musikalische Vielfalt Istanbuls ein, begleitet von der Filmkamera Fatih Akins
(D 2005, 90 min. Verleih: Filmladen). 22.00
Uhr: VAGABUND NIGHT. Circus Domino, die perso-austro-arabische Ragga Rumba
Combo; DJ Uzak (orient oxident) und DJ Knatterton (balkan gipsy disco). Diverse kulinarische
Spezialitäten der Derwische sowie Shishas, Caj usw. Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: 5 Euro Ort: Cafe Derwisch | 1160 Wien, Lerchenfelder Gürtel 29 /
Hasnerstraße (bei U-6 Thaliastraße), www.cafederwisch.com |
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Podiumsdiskussion EVENTUELL AUCH
PARALLEL? Als
Parallelgesellschaften werden große Netzwerke von Einwanderern bezeichnet,
die sich von der Mehrheitsgesell-schaft abkapseln und nach ihren eigenen
Werten leben. Müssen liberal denkende Menschen, die Österreich entschieden
als Einwanderungsland sehen, die Bildung von Parallelgesellschaften als
allgemeines Weltstadtphänomen akzeptieren? Aber was tun, wenn in solchen
Parallelwelten politische und religiöse Kräfte einen Nährboden finden, die
die Werte der Liberalität bekämpfen? Und ist das Gerede von einer Parallelgesellschaft
überhaupt sinnvoll? Alle empirischen Unter-suchungen widersprechen dem
Verdacht, dass die MigrantInnen im großen Stil die Integration verweigern.
Umgekehrt: Das „Gastland“ verweigert ihnen die volle Zugehörigkeit – fördert
es so nicht Abkapselungswünsche? Am Podium: Reva Akkus, Psychagogin,
Migrationsforscherin; Jale Akcil, Historikerin und freie Journalistin; Bernhard Perchinig, Wissenschaftler,
Österreichische Akademie der Wissenschaften; Moderation: Peter Huemer, Publizist Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26
94, www.aktionsradius.at |
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Mehmet Emirs
Foto-Show 2 MEINE REISE NACH
HAUSE „Bevor
man uns auf die Männlichkeitsreise schickte, duschte man uns bei einem
Brunnen. Wir hatten viele Zuschauer. Keiner redete mit uns über die Prozedur
der Beschneidung. Der Beschneider der Gegend war Herr Aziz. Er hat Tausende,
wenn nicht Zehntausende in unserer Region beschnitten. Es ist für mich sehr
interessant gewesen, später auch in Wien Leute kennen gelernt zu haben, die
von Aziz beschnitten worden sind. Gäste aus den Nachbardörfern werden zum
Beschneidungsfest mit Live-Musik empfangen. Allen ging es sehr gut, außer
mir. Ich war verzweifelt und dachte an eine Flucht in die Berge.“ Jeden
Sommer besucht Mehmet Emir sein kurdisches Heimatdorf im Osten der Türkei, in
dem er den schwersten Augenblick seines Daseins erlebte, an den aber auch
viele positive Erinnerungen geknüpft sind. Diese Reisen nach Hause
dokumentiert er mit seiner Fotokamera. Der Ausschnitt aus dem
Beschneidungstext ist Mehmet Emirs Zeitungskolumne „Briefe an den Vater“
(Augustin) entnommen. Der Vater, der heute wieder im Heimatdorf lebt, zählte
zur ersten Gastarbeitergeneration in Wien. Emir liest eine Auswahl der
Briefe. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26
94, www.aktionsradius.at |
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Dia-Show von
Georg Lembergh COLONIA TIROL Es
gab Zeiten, in denen Wirtschaftsflüchtlinge u.a. wie TirolerInnen ausschauten
und wie TirolerInnen sprachen. Und es waren TirolerInnen. Sie gründeten, weil
sie in den Alpentälern zum Verhungern verurteilt waren, im 19. Jahrhundert
oder während der Krise des Jahres 1933 Kolonien in Lateinamerika. Die
Resistenz mancher ihrer Nachfahren gegenüber den Verlockungen der
Assimilierung bzw. ihr inszeniertes Hochhalten des Tirolertums „im Dschungel“
findet in ihrem Herkunftsland allgemeinen Zuspruch. Aber in der Colonia Tirol
im brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo sprechen nur mehr die Alten den
Stubaier Dialekt, während die Jungen im wirklichen Tirol deutsch lernen
können. Aber nur wenn sie das Glück haben, von einem der Austauschprogramme
erfasst zu werden. Georg Lembergh über die Colonia Tirol in Brasilien
(Dia-Show), Werner Schuster über die Tiroler Colonia Pozuzo in Peru. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26
94, www.aktionsradius.at |
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Goran Novakovic & Amir P. Peyman TARZANDEUTSCH Schreibende
„Tschuschen“ ertragen Österreich mit einem Schmäh, den ihnen der „Wiener
Schmäh“ gar nicht zutraut. Goran Novakovic liest aus dem „Vergleichenden
Wörterbuch der AusländerInnenologie“. Jedes Stichwort wird in dieser
Enzyklopädie zweimal erklärt, in der „volkstümlichen“ und der
„liberal-alternativen“ Interpretation. DER AUSLÄNDER z.B. ist in der
V-Version ein Mann, der absichtlich Kinder zeugt, um Kinderbeihilfe kassieren
zu können; in der LA-Version ist er natürlich ein Mensch, den man aus
Solidarität heiraten soll. Der Autor stellt auch sein neues Buchprojekt „Wien
für AusländerInnen“ vor. Amir P. Peyman – in Teheran geboren – entwickelte
für seine literarische Figur Tarek Kemal die „Tarek-Sprache“, die in seinem
Buch „Hunde, Katse oda Maus – Tarek macht dia Doener draus“ durchgängig
verwendet wird. Es ist eine Kunstsprache, die aber starke Anklänge an das
„Gastarbeiterdeutsch“ (pejorativ auch „Tarzandeutsch“, in Deutschland
„Kanaksprak“ genannt) aufweist. Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache
übersetzt. Im Anschluss zeigt Equalizent die Video-Eigenproduktion
„DiversCD“, eine phantastische inhaltsreiche Musikvisualisierung, die zum
Staunen bringt. Der Autor, Norbert Pauser ist anwesend. Bei Schönwetter kann
der Abend im Garten ausklingen. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei Ort: Equalizent | 1020 Wien, Obere Augartenstraße 20,
www.equalizent.com |
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Spendenaktion BOCK AUF BIER im
Aktionsradius Wien Weil die Behörden zuwenig tun, müssen wir trinken. Ute Bock kann nicht
mehr alleine. Vom 1. Mai bis 30. Juni können Sie was tun: Mit jedem Bier, das
Sie im Aktionsradius Wien trinken, spenden Sie 10 Cent an den Verein „Ute
Bock“. Zusätzliche Spenden werden gerne entgegengenommen ... |
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* G E H E I M T I P P * |
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bitte Bild anklicken. (Fotonachweis:
Foto: „Girls 1926“, Phot. Mager aus: Franz Blei, Formen der Liebe, Berlin:
Wien: Trianon Verlag 1930) |
Höhepunkt LANGE NACHT DER
LIEBE Kunst und Liebe. Die Genres der Wiener Unkeuschhkeit. Musik, Texte,
Projektionen und 6 Handlungen zur Liebe. Die Lange Nacht der Liebe im Hotel
Orient, diesem Zentrum der „KleinglückgenießerInnen“, ist eine sinnliche
Kundgebung pro Pluralismus in Liebesangelegenheiten. Wer behauptet, er/sie
wisse, was Liebe sei, ist nicht unser Lieblingsgast. Die Wissenschaft muss
erst erfunden werden, die die Liebe in den Griff kriegt. Den Künsten gelingt
es besser, sich der Liebe zu nähern. Zeit: 18.00 – 02.00 Uhr Ort: Hotel Orient | 1010 Wien, Tiefer Graben 30, www.hotelorient.at Catering: Getränke / Hotel Orient;
Orientalisches Fingerfood / Alibi Bar Veranstalter: Aktionsradius Wien | 1200
Wien, Gaußplatz, Tel. 332 26 94, www.aktionsradius.at, Infos & Karten: Vorverkauf bis Do,
3.5., im Aktionsradius Wien: € 18,-; Abendkassa: € 20,-. Für ausführliche Informationen zur
"Langen Nacht der Liebe" bis 31. Mai 2007 Vor- und Nachspiel ( 0930 128 777 | EROTIK-HOTLINE Als Vor- und
Nachspiel (1. April bis 31. Mai 2007) zur Langen Nacht der Liebe am 6. Mai
2007gibt die Erotik-Hotline Einblick in die umfangreiche Secreta-Sammlung der
Wienbibliothek im Rathaus. Nach dem Wählen der Nummer Ein Projekt der
Wienbibliothek im Rathaus in Kooperation mit dem Aktionsradius Wien. |
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* S O N S T I G E S &
K O O P E R A T I O N E N
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ParkPartie Augarten DER FRÜHLING MIT SEINEN REIZEN Der Augarten war seit seiner Öffnung für
die Bevölkerung nicht nur als Erholungs-, sondern auch als Vergnügungs- und
Veranstaltungszentrum gedacht. Zur feierlichen Eröffnung fand am 30. April
1775 das 1. Volksfest im Augarten statt. Das große Feuerwerk wurde vom
Akademischen Privilegierten Kunstfeuerwerker Girandoli abgebrannt und trug
den Namen „Der Frühling mit seinen Reizen“. Mehr Geschichte und Geschichten
über den ältesten Barockgarten bei einem Frühlingsspaziergang mit Regina
Macho. Beginn: 10.30 Uhr, Eintritt: 11 Euro,
Jugendliche (15-19 Jahre): 4 Euro, Kinder bis 14 Jahre: Eintritt frei Anmeldungen erbeten unter Tel. 332 26 94 Treffpunkt: Vorplatz Gaußplatz 11 | 1200 Wien |
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Literarisches Wunschkonzert LITERATURSHOW Barabara Wolflingseder und Andre Blau
präsentieren Wunschliteratur. Als "literarisches Wunschkonzert"
richtet sich die Literaturshow ganz nach den Vorlieben des Publikums. Sie
bestimmen das Programm der jeweils nächsten Show. Vom kategorischen Imperativ
bis zur Gebrauchsanweisung für elektrische Dosenöffner. Interessant. Absurd.
Komisch. Spannend. Als special guest kommt der Kabarettist Mike Supancic. Zeit: 20.00 Uhr; Eintritt: frei Ort: Café Amadeus | 1150 Wien, Märzstraße 4, Tel. 0664-100
26 83 |
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Balkan, Klezmer,
Tantz, Getümmel BAKSHISH BRASS
BAND Nachdem
der Namenspatron – Mischa Grinstein – kürzlich unerwartet und offenbar für
immer zu seinen Altvorderen abgereist ist, wurde der Musikgruppe Grinsteins Mischpoche
von der Erbengemeinschaft im fernen Trinidad höflich (aber bestimmt)
mitgeteilt, dass man die Benutzung des Namens von Dynastiegründer M.
Grinstein zukünftig nicht mehr dulden kann. Das Sextett aus Berlin wird daher
die nächsten 15 Jahre seines Weltblech-Daseins mit neuem, knallig-zischenden
Namen durch die Lande ziehen: Bakshish Brass Band. Ein Grund zu Tantz,
Getränk und Feierstunde! Beginn: 18.30
Uhr, Eintritt: Spenden Info:
www.bunkerei.at Ort: Bunkerei Augarten | 1020 Wien, Obere Augartenstraße 1a |
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Es spitzt sich
zu, am Augartenspitz ... BÜRGERVERSAMMLUNG Wie geht’s weiter
mit dem Augartenspitz? Derzeit liegen 2 Projekte zur Nutzung und Bebauung des
Areals vor, die im Rahmen der Bürgerversammlung nun endlich auch mit den
Anrainern diskutiert werden. Diskussionsleitung:
Der Bezirksvorsteher des 2. Bezirkes, Gerhard Kubik. Am Podium: Vertreter von
Stadt Wien, Bundesdenkmalamt, Filmarchiv Austria, POK Pühringer
Privatstiftung, Wiener Sängerknaben u.a. Eingeladen sind
alle Bewohner des 2. Bezirkes, die Augarten-Anrainer des 20. Bezirkes und
natürlich alle Augarten-Interessierten, denen der Park am Herzen liegt. Beginn: 18.00 Uhr, Eintritt: frei Ort: Haus der Begegnung | 1020 Wien, Praterstern 1 |
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Todesmärsche
1944-1945 MOBILES ERINNERN Etwa 40.000 ungarisch-jüdische
Zwangsarbeiter wurden kurz vor Kriegsende quer durch Österreich Richtung
Konzentrationslager getrieben. Die meisten von ihnen verloren auf diesem Weg
ihr Leben. Dieser „Leerstelle der österreichischen Gedächtnislandschaft“ ist
der erste Teil der Veranstaltung gewidmet. Im zweiten Teil wird das
Gedenkprojekt „Mobiles Erinnern“ vorgestellt. Vortrag & Präsentation:
Eleonore Lappin & Christian Gmeiner. Beginn: 18.30
Uhr; Eintritt: frei Ort: Gedenkstätte Karajangasse / BRG XX | 1200 Wien, Karajangasse 14,
www.aktionsradius.at |
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Das Wienerlied
zu Gast in der Leopoldstadt WIENERLIED-UND? Das Wienerlied neu
zu definieren, die Verschmelzung der Tradition mit der Gegenwart zu fördern
und in der Konfrontation mit anderen Kulturen und Kunstformen ein
Spannungsfeld zu erzeugen, sind die Ziele dieser bereits etablierten
Veranstaltungsreihe. Richard Weihs und Klaus Trabitsch stehen für den Wiener
Blues. Marwan Abado, Alp Bora, Marios Anastassiou lassen die schönsten Saiten
des Mittelmeers erklingen. Beginn 20.00 Uhr,
Eintritt: 15 Euro, Karten-Tel. 0676 / 512 91 04, www.wienerlied-und.at Ort: Bunkerei Augarten | 1020 Wien, Obere Augartenstraße 1a,
www.bunkerei.at |
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Mare, More, Vino LIEDER AUS
DALMATIEN Die gemeinsame
Liebe zu den traditionellen Liedern Dalmatiens führ te die drei (wieder)
zusammen: Slavko Ninic, den Chef der Wiener Tschuschenkapelle, Franz Fellner,
Komponist und Mitglied der Ur-Formation der Tschuschenkapelle, und den in
Wien lebenden und arbeitenden Tamborica-Musiker Damir Kinda. In den Songs
geht es in erster Linie um Mare (= Maria, der in diesem regionalen Liedgut
meistgenannte Name für das Objekt männlichen Begehrens), daneben auch um das
Meer und den Wein. Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: Spenden Ort: Schlupfwinkel | 1040 Wien, Kleine Neugasse 10 /
Schäffergasse Eine Veranstaltung von ab-ort-musik. |
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The Longfield
Gospel Singers GOSPEL-SONGS UND
SPIRITUALS Mit über 100
Mitgliedern gehören die „Longfield Gospel Singers“ zu den größten
Gospel-Chören, die dieses Land zu bieten hat, und die zahlreichen Auftritte
wurden zu spektakulären und mitreißenden Publikumsmagneten. Geleitet wird der
Chor von Georg Weilguny, der die stimmgewaltige Hundertschaft von den
gefühlvollsten Spirituals bis zu den mitreißendsten Gospels führt. Gospel-Musik ist
etwas Spontanes, Lebendiges und in ihrem Facetten-Reichtum beinahe
Unvergleichliches. Ausgehend von der Tradition der „schwarzen Spirituals“
wurde sie in den „Gospel-Songs“ der letzten Jahrzehnte immer wieder zum
religiösen musikalischen Ausdruck der jeweiligen Zeit, aber auch ihrer
aktuellen Probleme. Sie ist zeitlos, stets von einer lebendigen Rhythmik
durchzogen und hat bis heute nichts an Spannung und Ausdruckskraft verloren. Beginn: 19.00 Uhr, Eintritt / Spenden: 10
Euro, Karten-Tel. 0699 / 17 76 05 85, www.longfield.at Der Reinerlös
dieser Veranstaltung kommt Benefiz-Zwecken zugute. Ort: Pfarre Mutter Gottes im Augarten | 1020 Wien, Gaußplatz 14 |
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Philosophisches Café DAS ANREGENDSTE SONNTAGSFRÜHSTÜCK Das anregendste Sonntagsfrühstück der Stadt
– mittlerweile gut eingeführte Tradition am Gaußplatz 11 – lädt unter der
fachlichen Moderation von Dr. Josef Rhemann, (Philosophieprofessor / Uni
Wien) zu spannenden Diskussionen und Themen. Zeit: 10.00-13.00 Uhr; Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11, Tel. 332 26
94, www.aktionsradius.at |
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Literarisches Wunschkonzert LITERATURSHOW Barabara Wolflingseder und Andre Blau
präsentieren Wunschliteratur. Als "literarisches Wunschkonzert"
richtet sich die Literaturshow ganz nach den Vorlieben des Publikums. Sie
bestimmen das Programm der jeweils nächsten Show. Vom kategorischen Imperativ
bis zur Gebrauchsanweisung für elektrische Dosenöffner. Interessant. Absurd.
Komisch. Spannend. Als special guest singt das Wienerlied-Trio Mayr, Lechner,
Maly. Zeit: 20.00 Uhr; Eintritt: frei Ort: Café Amadeus | 1150 Wien, Märzstraße 4, Tel. 0664-100
26 83 |
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* V O R S C H A U * V O R S C H A U * V
O R S C H A U * |
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Kleines Wien-Bratislava-Festival Malí festival Vieden-Bratislava NACHBAROVA Das Slowakische Kulturinstitut in Wien, der traditionsreiche
Fußballverein HAC Slovan, der in Wien lebende slowakische Künstler Rado
Prokop und der unermüdliche Ost-West-Vernetzer Fritz Zindler von Radio Vychod
Vienna haben uns geholfen, ein Fenster ins Nachbarland zu öffnen. Das Fenster
ist eine Metapher, aber wer durch dieses in Westrichtung schlüpft, um am
Gaußplatz und anderen Schauplätzen den Bogen der kulturellen slowakischen
Realität von Tradition bis zeitgenössischer Avantgarde erahnen zu lassen,
sind kunst- und musikschaffende NachbarInnen aus Fleisch und Blut und Kommunikationslust.
Ein Fest am 9. Juni am Slovan-Platz und eine Doku-Film-Serie im Slowakischen
Kulturinstitut zählen zu den Höhepunkten des Monats. Für die Teilnahme an der
Stadtflucht nach Bratislava am 2. Juni nimmt der Aktionsradius ab sofort
Anmeldungen entgegen. |
EVENTUELL AUCH PARALLEL?
Some little
Istanbuls in Vienna. Na
und? könnte man provokant in Richtung Schüssel (Ex-Kanzler) fragen, der vor den
Kleinistanbuls in Wien gewarnt hat. Nicht nur um diese geht es im
Aktionsradius-Mai. Es geht um Entwicklungen in den europäischen Großstädten,
die man als das Gegenteil von Assimilation von migrantischen Milieus in die
„Mehrheitskultur“ benennen könnte. Es geht also um die so genannten
Parallelgesellschaften, ein Begriff, der zumeist für ein Horrorszenario steht.
Die „Little Istanbul“-Metapher ist nur deshalb gewählt, weil sich der Vorwurf
der Abkapselung zumeist auf „die Türken“ bezieht – obwohl es „die Türken“ nicht
gibt (es gibt urban geprägte Menschen aus Istanbul, KurdInnen, AlevitInnen ...)
„Dabei war das gar nicht immer so, dass
Parallelgesellschaften derart negativ gesehen wurden. Wie haben sich früher
noch einmal Parallelgesellschaften – zugegeben unterschiedlicher Natur –
genannt? Underground, Subkultur, Szene, Chinatown, Little Odessa, Little Italy,
Bronx, Vorstadt, Schtetl. In manche wurde man mehr hineingeboren, andere waren
mehr selbst gewählt (in der Realität war's meist ein Mittelding)“, schrieb der
österreichische Journalist Robert Misik im „Standard“.
Das Kopftuch ist zum Symbol, zur Fahne der
Parallelgesellschaft geworden. Die Zahl der Frauen mit islamischem Kopftuch
nimmt weltweit zu, auch in Wien. Die Ambivalenz des Kopftuches widerspiegelt
die Ambivalenz der Parallelgesellschaft. Einerseits ist klar, dass der soziale
Prozess, der hinter dem sich Ausbreiten der verschiedenen Formen des Kopftuches
steht, eine Rückkehr zum traditionellen Islam und nicht die Öffnung für
säkulare und individualistische Werte ist. Das Entstehen einer sich
abgrenzenden konservativ-religiösen Parallelgesellschaft, die insbesondere die
in der Gesamtgesellschaft errungenen Rechte der Frauen in Frage stellt, wird
von DemokratInnen zurecht nicht gelassen beobachtet. Andererseits kann das
Kopftuch das Statement einer selbstbewussten jungen Türkin sein: Erstens trage
ich was ich will und zweitens verspotte ich eure Islamphobie.
Den populistischen Dämonisierern von „Ghettos“ der
Einwanderermilieus sollte man bei Gelegenheit ihre Doppelmoral entgegenhalten.
Wenn nämlich „Die Unseren“ sich in der Fremde erfolgreich gegen
Assimilierungstendenzen wehren, wie lange Zeit die Tiroler Kolonien in
Lateinamerika, gilt das als Zeichen von Würde, Ehre, Anstand und Tirolertum.
Treze Tílias (Dreizehnlinden) im Süden Brasiliens ist ein Beispiel. Die
wirtschaftliche Krise hatte seine BewohnerInnen 1933 zur Auswanderung aus Tirol
gezwungen. In einem früheren Rekordjahr der Armut, 1857, gründeten Tiroler
Wirtschaftsflüchtlinge die peruanische Kolonie Pozuzo. Beide Tiroler
Assimilierungsverweigerungen werden in der Aktionsradius-Reihe der Realität der
Einwanderungsstadt Wien gegenübergestellt.
Ist Integration die positive Alternative zur
Parallelgesellschaft? Skepsis ist angebracht: Integration zählt zu den
Containerbegriffen. Menschen, die diesen Begriff benutzen, verbinden ganz
unterschiedliche Aspekte mit ihm. Der Vorwurf mangelnder
Integrationsbereitschaft muss auf die solchen Vorwurf Erhebenden zurückfallen:
Sie sind für Rahmenbedingungen verantwortlich, die nicht integrationsförderlich
sind. Integration, wie immer sie definiert wird, ist nämlich nicht möglich,
wenn MigrantInnen nicht erwünscht sind. Ein „Du bist willkommen“ ist auch die
beste Voraussetzung, Ghettoisierungen zu vermeiden.
Robert Sommer