

Der AKTIONSRADIUS
WIEN lädt zu 8 Samstagabend-Konzerten
im Rahmen des
Filmarchiv-Sommerkinos KINO WIE NOCH NIE:

koid=woam wie noch nie – Live Musik am Augartenspitz
Musik zum otium
der BesucherInnen
8
Samstage: 4. Juli – 22. August 2009, jeweils 19.00 Uhr
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Vielleicht
entsteht in diesem Augarten-Sommer so etwas wie ein Musikantenkochbüchlein.
Dazu muss man eigentlich nur die Rezepte jener Musikerinnen und Musiker
sammeln, die an acht Samstagen, vom 4. Juli bis 22. August, zum nicht nur
musikalischen Querbraten einladen. So mannigfaltig die Rezepturen sein
werden, die im Publikum zur Verteilung gelangen, so vielfältig ist die Musik,
die von der kleinen Filmarchiv-Bühne aus den nächtlichen „Lichtspielen“
vorangeht, zum Otium der BesucherInnen des Slow-Food-Filmfestivals bzw. des
Filmarchiv-Gastgartens. Otium? Das lateinische Wort für Muße. Die damals höher
bewertet wurde als ihr bitteres Gegenteil, die Arbeit. Das verrät die
Negation des Worts otium. Denn wenn otium = die Muße das ursprüngliche Wort
war, hatte es Vorrang vor der Nicht-Muße, dem neg-otium. Negotium bedeutet
Bankgeschäft und Handel, Geschäft und Sache, otium freie Zeit, literarische,
geistige Tätigkeit und die Beschaulichkeit.
Das Christentum und später – noch entschlossener – der Kapitalismus
drehten die Verhältnisse um, schad drum, und vor allem der Bereich des Essens
ist aus dem otium ins negotium gerutscht, verdichtet in den lärmenden
Fastfood-Filialen. Nur noch das Kafka-Lesen, das Liebe-Machen, das
Karten-Spielen, das Schwammerl-Suchen und das Musik-Genießen sind die Oasen
der Langsamkeit, und von ihnen aus wird sich die Revolte gegen die
Beschleunigung entfalten – oder der Zeitraffer eignet sich die letzten
Widerstandsnester der avancierten Unbeweglichkeit an. |
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Die querbratenden Musikerinnen & Musiker: |
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Sa, 4.
Juli 2009 Die Mondscheinbrüder Robert Reinagl und Walter Czipke –
Schmelz statt Schmalz im Wienerlied! Den Titel eines Duetts
von Johann Sioly haben sich der Schauspieler Robert Reinagl und der Sänger
Walter Czipke, der ersteren zudem auf seiner original Wiener
Knöpferlharmonika vortrefflich begleitet, für ihre Wienerliedabende als Duo
verpasst. Richtige Wienerlieder-Sänger leben erst dann auf, wenn er scheint –
der Mond nämlich. Um 21.30 Film | CHE:
THE ARGENTINE (E/F/USA 2008; R: Steven Soderbergh; OmU) |
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Sa, 11.
Juli 2009 sterzinger experience Stefan Sterzinger & Mika Maerz –
War Falco eine Reblaus? Am Tatort Wienerlied:
der Sänger und Akkordeonist Stefan Sterzinger mit Mika Maerz (percussion).
War Falco eine Reblaus? Sind vor der himmlischen Domina alle Töne gleich?
Wird es einen Dritten Mann geben oder ist Gott doch eine Frau? Die Antworten
finden Sie zwischen den Tönen. Trallalla! Um 21.30 Film | JULES
ET JIM (F 1962; R: Francois Truffaut; OmU) |
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Sa, 18. Juli 2009 Alp Bora Trio Orient meets Okzident Im europäischen
Istanbul geboren, im anatolischen Ankara und im orientalischen Bagdad
aufgewachsen, fand Musiker Alp Bora 1998 seine wahre Heimat in Wien. Warum
Wien? „Weil du nirgendwo sonst in Europa Orient und Okzident in so
kultivierter Dichte finden und genießen kannst wie hier“, meint er. Ein
Türke, dem Wien nicht so faszinierend fremd, sondern im Gegenteil – so
faszinierend vertraut ist. Bora schöpft seine Werke aus dem Liedgut
Anatoliens – dem türkischen „Anadolu“, was wörtlich übersetzt „Mutterland“
bedeutet und den Wert dieser Region als Quelle so zahlreicher Kulturen würdig
unterstreicht. Um 21.30 Film | I´M NOT THERE (USA/D 2007; R: Todd
Haynes; OmU) |
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Sa, 25.
Juli 2009 Walther Soyka & Ernst Molden Gemeinsam entstauben sie das Wienerlied! „Der Soyka, der
malt mit seiner Knöpferlharmonika nicht flächendeckend alles zu. Der
zeichnet.“ Sagt der Molden. „Der Molden, der macht die besten Texte im
Dialektbereich.“ Sagt der Soyka. Wem solches zu harmonisch klingt, versteht
nicht, dass beide unabhängig genug sind, um Spannung zu produzieren, wenn sie
in evidenter Zweisamkeit mehr auratisch als oral kommunizieren, jedenfalls
in Augenhöhe. Um 21.30 Film | JACKIE
BROWN (USA 1997; R: Quentin Tarantino; OF) |
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Sa, 1. August 2009 Jelena Popržan & Rina Kaçinari Die postjugoslawische Fusion Die serbische
Bratschistin Jelena Popržan aus Zrenjanin (Vojvodina) und die albanische Cellistin
Rina Kaçinari aus Prishtina teilen neben ihrer postjugoslawischen Herkunft
und der Ausbildung in Klassik auch ihr Interesse an allen Grenzregionen der
jeweiligen Genres. Durch eigenwilligen Gebrauch von Stimme und acht Saiten
verschmelzen sie Barockmusik, Brecht-Songs, schottische Galgenlieder,
slawischen Pop, Punk, Cabaret, Schlager und serbischen, ungarischen,
albanischen und bulgarischen Folk zu einem dynamischen Konzept. Um 21.30 Film | SOY
CUBA (SU/CU 1964; R: Mihaíl Kalatozov; OmU) |
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Sa, 8.
August 2009 Moša Šišic & Freunde Ein Stammbaum voller Teufelsgeiger Moša Šišic stammt
aus einer jugoslawischen Roma-Musikerfamilie, die seit Generationen Virtuosen
hervorbrachte, und lernte das
Geigenspiel ab seinem 6. Lebensjahr. Wenn er mit seiner Band – quasi seiner
erweiterten Familie – auftritt, macht er als „Gipsy Express“ eine Tour durch
Balkanien. Heute sind sie nicht allesamt dabei – sie kämen kaum zum
Musizieren, wenn jeder über sein Lieblingsgericht plaudert. Um 21.30 Film | THE COOLER (USA 2003; R: Wayne
Kramer; OF) |
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Sa, 15.
August 2009 Die Strottern Klemens Lendl und David Müller – sie
schmuggeln die Liebe ins Wienerlied! Die Strottern –
Klemens Lendl und David Müller – mischen das Wienerlied auf. Neben einem reichen
Repertoire an ausgesuchten Klassikern sind sie mit ihren eigenen Liedern und
mit Vertonungen der Texte des Wiener Poeten Peter Ahorner vor allem im Wien
von heute verankert – und bringen Liebeslieder in dieses Genre! Der Name “Die
Strottern” leitet sich von dem Altwiener Ausdruck “Strotter” her, der für
“Gauner, Landstreicher, Strauchdieb, Gelegenheitserwerb Suchende” steht. Im
Wiener Mundartwörterbuch steht auch: “Die nach Verwertbarem suchen”. Und das
machen die Strottern im mehr oder weniger reichen Wiener Liedschatz. Und wenn
sie nichts finden, singen sie halt ihre eigenen Lieder. Um 21.30 Film | WOODSTOCK (USA 1970; R: Michael
Wadleigh; OF) |
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Sa, 22.
August 2009 Jokić, Maria und Josef Musik aus Blut und Honig Ljubinka
Jokić, eine mit allen Wassern gewaschene Sängerin und Stromgitarristin
von Großformat, lief eines Tages der jungen Ausnahmesängerin und
Multiinstrumentalistin Jessica Maria Slavik über den Weg, die bei Mankers
Alma-Stück den aus namhaften Bands bekannten Bassisten Roman Josef Britschgi
kennen gelernt hatte; er traf Ljubinka Jokić bei einer
Demonstrations-Session gegen den Abriss von denkmalgeschützten Barockgebäuden
am Augartenspitz. Seither geschah vieles ... und gemeinsam wurde eine neue
musikalische Marinade abgeschmeckt – gewürzt mit wechselnden Gästen, Blut und
Honig. Um 21.30 Film | LA TETA ASUSTADA (USA/UK 2009; R:
Claudia Llosa; OmU) |
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Info: |
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Samstage: 4. Juli – 22. August 2009, jeweils 19.00 Uhr Veranstaltungsort:
FILMARCHIV
AUSTRIA Open Air im Sommerkino-Garten
des Filmarchiv Austria 1020 Wien,
Obere Augartenstraße 1e (Augartenspitz / Ecke Castellezgasse) Beginn: jeweils
19.00 Uhr Eintritt:
Musikspenden!
Weitere Infos: www.aktionsradius.at, www.filmarchiv.at Eine
Sommermusikreihe des AKTIONSRADIUS WIEN in Kooperation mit Filmarchiv Austria. |
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IMPRESSUM / MHV:
Aktionsradius Wien, 1200 Wien, Gaußplatz 11 * fon 01-332 26 94, fax DW 8 * office@aktionsradius.at
* www.aktionsradius.at * ZVR 740737083 * Gesamtleitung: Uschi Schreiber *
Presse: Alois Kinast * Projektarbeit: Robert Sommer, Irmi Egger, Dieter
Schreiber * Grafik: Tom Sebesta * Webdesign: Eva Schwingenschlögl * Fotos: Von
den KünstlerInnen zur Verfügung gestellt. * Programmänderungen und Irrtümer
vorbehalten!
Veranstaltungskonzeption
/ Querbraten: Robert Sommer, Uschi Schreiber * Umsetzung in Kooperation mit dem
Filmarchiv Austria.