Liebe FreundInnen des Aktionsradius Wien,

hiermit stellen wir  das aktuelle Programm vor und laden Sie dazu ein ...

Lieben Gruß, das Aktionsradius-Team

 

 

Aktionsradius Wien im März 2015

TANZ DURCH DIE JAHRZEHNTE

Erinnerungen an einen Aufbruch und dessen Protagonistinnen

 

Der Gaußplatz 11 wird im März 2015 zu einem Institut für Zeitgeschichte – allerdings in Inhalt und Form weit weg von akademischer und/oder auf Parteien und Kammern fokussierter Lehrpraxis. Unsere Methode wird sein, ausgewählte ProtagonistInnen der «Aufbruchsstimmung» vorzustellen, die – weil sie zu früh gestorben sind – nicht mehr selber für das «Schüren der Flamme» sorgen können (das nach dem berühmten Diktum von Jean Jaurés wichtiger ist als das «Bewahren der Asche»). Es geht vor allem um die 1960er Jahre (Aktionismus; Revolte von 68), die 1970er Jahre (Arena-Bewegung; Anti-AKW-Bewegung; Kreisky-Tauwetter) und 1980er Jahre (Hainburg-Bewegung; Friedensbewegung). Abende der Erinnerung, wobei unterschiedlichste Medien und künstlerische Genres eingesetzt werden, fragen nach dem Anteil von Ingeborg Bachmann, Johanna Dohnal, Fritz Herrmann, Christian Loidl, Julius Mende und Dieter Schrage an dieser Aufbruchsstimmung. Was von ihren Ansätzen ist bewahrt worden – und wo sind die Intellektuellen und Kunstschaffenden der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Recht oder unverdient gescheitert?

 

 

 

+ + +   D E T A I L P R O G R A M M   + + +                                                                     

 

 

Dienstag, 03. März 2015

WAS BLIEB VON DER SEXUELLEN REVOLUTION  

Erinnerung an Julius Mende | Ausstellungseröffnung

 

            Buchcover Die sexuelle Welle, Julius Mende

 

Aus dem Nachruf der Akademie der Bildenden Künste für Julius Mende, der im April 2007 aus dem Leben gegangen ist: «Mende sah in der künstlerischen Provokation ein legitimes und politisches Mittel, um gesellschaftliche Zwänge bewusst zu machen. Trotz oder gerade wegen seiner Nähe zum Wiener Aktionismus und aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Kommunenleben wurde für Julius Mende immer deutlicher, dass in unseren gesellschaftlichen Verhältnissen – ungeachtet der stattgefundenen ‚sexuellen Revolution’ – eine freie selbstbestimmte Sexualität kaum lebbar ist. Die Beschäftigung damit blieb daher für ihn zeitlebens ein Thema. Heute sind vermehrt Menschen anzutreffen, die das Gedankengut der 68er-Revolution schick finden. Julius Mende hingegen war ein sensibler und hochbegabter Mensch, der seine politische Einstellung kritisch lebte.»
Hubert Christian Ehalt, Elisabeth Holzinger, Franz Ofner und Katharina Razumovsky beleuchten Aspekte aus dem Leben des Revolutionärs und Kunst- & Sexualpädagogen. Maren Rahmann liest Texte von Julius Mende. Der Abend ist gleichzeitig die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern Mendes zum Thema seines Buches «Die sexuelle Welle», das 2007 im Promedia Verlag erschienen ist. Infos: www.juliusmende.com/

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Eintritt: Spenden erwünscht!
Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11
Infos: Tel. 332 26 94,
office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at
Ausstellungszeiten: bis Di, 31. März 2015, mo-do, 10.00-16.00 Uhr und vor Veranstaltungen.

 

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Dienstag, 10. März 2015

SUBVERSIVE SCHNADERHÜPFELN

Erinnerung an Fritz Hermann

 

      Fritz Hermann

 

Ab 1971 war Fritz Herrmann, dunkelroter Sozialist, Berater des damaligen Kulturministers Fred Sinowatz. Als unter dessen Kulturpolitik die hochkulturellen Einrichtungen genauso privilegiert wurden wie bisher, protestierte Fritz Herrmann dagegen mit der Veröffentlichung von 37 Schnaderhüpfeln unter dem Titel «Trara trara die Hochkultur». Er verlor seinen Posten und zog ins Burgenland, wo er literarisch tätig war. Er starb 2003.

Dank Vinzenz Wizlsperger (Kollegium Kalksburg), begleitet von Hannes Löschel am Harmonium und der steirischen Harmonika, werden die Schnaderhüpfeln zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder aufgeführt. In einer Gesprächsrunde erinnern sich Jakob Perschy (Burgenländisches Landesarchiv) und Gerhard Oberschlick (in seinem «Neuen Forum» war das Skandal-Gedicht publiziert worden) an den Nonkonformisten. Eine szenische Lesung gibt Einblick in sein Anti-Goethe-Stück «Todesstrafe. Untertänigst». Vorgestellt wird schließlich auch Robert Sommers Buchprojekt über Dieter Schrage, den mit Fritz Herrmann eine tiefe politische Freundschaft verband. Infos: www.lexliszt12.at

 

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Eintritt: Spenden erwünscht!

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

Infos: Tel. 332 26 94, office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at

 

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Dienstag, 17. März 2015

EIN TAG WIRD KOMMEN 

Ingeborg Bachmann und die Politik

 

       Ingeborg Bachmann

 

«Ich gehe krank und wie im Fieber herum und schlage noch um mich und wehre mich und gebe mich doch geschlagen und suche doch einen Ausweg und weiß doch schon, dass ich keinen finden werde und weiß, dass ich doch einen finden werde». Ingeborg Bachmann war eine sehr politische Schriftstellerin, aber – wie diese Zeilen ahnen lassen – nicht im Sinn von Weltverbesserern, die behaupten, ein Rezept für den Sturz des Bestehenden zu haben. Sie war politisch in ihren Texten und in ihren Handlungen, zum Beispiel protestierte sie als Mitglied des Komitees gegen die Atomrüstung öffentlich gegen die Atombewaffnung in der BRD – und wurde dafür von Hans Weigel heftig kritisiert. Er sprach ihr die Kompetenz ab, sich zu solchen Themen äußern zu können.

Der Aktionsradius lädt zu einem Vortrag und Diskussion mit Hans Höller ein. Er ist emeritierter Professor für Germanistik an der Uni Salzburg, hat die Rowohlt-Monografie über Ingeborg Bachmann geschrieben und Bachmanns Briefwechsel mit Hans Werner Henze und Paul Celan (mit)herausgegeben. Der Abend beginnt mit «Ein Tag wird kommen ...», einer experimenteller Klangperformance von und mit Juun & Maren. Ingeborg Bachmann‘s politische Texte werden dabei zum Leben erweckt von den wundersamen Klängen aus den Innenleben von Pianos und menschlicher Physis. Ein elektrisierendes, emotional und geistig aufgeladenes Improvisationsprogramm mit Maren Rahmann (Stimme) und Juun (Pianoguts; www.juun.cc). Infos: www.ingeborg-bachmann-forum.de/

 

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Eintritt: Spenden erwünscht!

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

Infos: Tel. 332 26 94, office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at

  

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Dienstag, 24. März 2015

DU BIST SCHON WIE DIE DOHNAL

Erinnerung an eine Frauenverführerin

 

      Johanna Dohnal

 

«Du bist ja schon so wie die Dohnal», sagte man zu aufmüpfigen Frauen in den Achtziger- und Neunziger-Jahren. Das konnte bewundernd klingen, aber auch verächtlich. Letzteres dominierte. «Genossen aus der SP warfen mir vor, dass mein Feminismus viele Menschen aus der Partei treibe, und anderseits warfen sie mir vor, dass ich ihre Frauen zu Emanzen mache – und dadurch für sie unberechenbar», sagte Johanna Dohnal lang nach ihrer Zeit als Frauenministerin, vor ihrem Tod im Jahr 2010. Die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs war der größte Erfolg von Dohnals «Zwei-Zangen-Strategie», nämlich ein raffiniertes, nicht ohne Konflikte und Enttäuschungen ablaufendes Zusammenwirken zwischen der autonomen Frauenbewegung, die vorpreschte, und der Ministerin, die das «Realistische» realisierte. Diese Strategie war auch in anderen Bereichen erfolgreich, etwa in der Etablierung der Frauenhäuser und in der Akzeptanz homosexueller Beziehungen.

Martina Handler moderiert ein Gespräch mit Dohnal-Mitarbeiterin Christine Stromberger, mit Dohnal-Lebensgefährtin Annemarie Aufreiter (angefragt), mit Evelyn Probst (LEFÖ) und mit Ferdinand Lacina (damaliger Finanzminister). An dem Abend wird auch jene Sequenz von Kurt Palms «Nette Leit Show» gezeigt (ORF, 11.07.1995), in der es zum legendären Gespräch zwischen Johanna Dohnal und Hermes Phettberg kam. Infos: http://www.johanna-dohnal.at/

 

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Eintritt: Spenden erwünscht!

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

Infos: Tel. 332 26 94, office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at

 

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Freitag, 27. März 2015

PRZEMYSL UND UMGEBUNG 

StadtFlanerie zur Erinnerung an Marianne Fritz

 

        Marianne Fritz

 

Für ihren fast 8000 Seiten zählenden Werk-Komplex «Naturgemäß», dem rätselhaftesten und auf den ersten Blick unzugänglichsten Roman der österreichischen Literaturavantgarde, hat Marianne Fritz den Raum um Galizien als topografischen Rahmen ausgewählt; im Mittelpunkt steht die Festung Przemysl: Vielleicht fiel die Wahl auf diese Region, weil sie eine ungeheuer blutige Geschichte hinter sich hat. In diesem Rahmen entfaltet die 2007 verstorbene Schriftstellerin ihre Begriffsspiele, die zu entschlüsseln ein Lexikon der Marianne Fritz-Worterfindungen notwendig machte (wer nimmt diese Herausforderung an?). Das Werk jedenfalls ist der Aufmerksamkeit der Kuratoren des Wien-Museums nicht entgangen – es wird eines der Themen der Ausstellung «Mythos Galizien» (ab 26. März bis Ende Juni 2015) sein.
Der Aktionsradius lädt zu einer StadtFlanerie ein, deren Stationen die Ausstellung am Karlsplatz – und die private Wohnung der Marianne Fritz in Wien-Neubau sind. Diese Wohnung ist über und über von den Materialien für ihr Schreiben okkupiert und befindet sich seit ihrem Todestag in absolut unverändertem Zustand. Infos: http://www.mariannefritz.at/

 

Beginn: 15.00 Uhr. Teilnehmerbeitrag: 7 Euro, zuzüglich Eintritt Wien Museum.

Anmeldung erforderlich. Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben.

Infos: Tel. 332 26 94, office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at, www.stadtflanerien.at

 

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Dienstag, 31. März 2015

SCHWARZER ROTZ

Christian Loidls Hommage an H.C. Artmann

 

             Scherenschnitt von Jo Kühn, Christian Loidl

 

Christian Loidl, Mitbegründer der Schule für Dichtung in Wien, Absolvent der «Jack Kerouac School of Disembodied Poetics» in Boulder, ist im Dezember 2001 tödlich verunglückt. Der Aktionsradius würdigt einen literarischen Weltstreicher, der einen Hauch der Beat-Generation nach Österreich brachte und dessen Art, Literatur vorzutragen, unkopierbar blieb. Dass heute in Österreich auch mittelmäßige Schispringer bekannter sind als dieser außergewöhnliche Poet und Performer, sagt viel über die Gesellschaft aus. Der Abend bringt gleichsam eine Hommage in der Hommage: «Schwarzer Rotz» ist eine Liebeserklärung Loidls an H.C. Artmann. Hören Sie die Vertonung dieses Textes durch Martina Cizek (gespielt von Martina Cizek, Angelina Ertel, Sylvia Bruckner und Jaan Karl Klasmann) und genießen Sie geniale Messerschnitte – Jo Kühns Beitrag zum Programm. Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Loidl

 

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Eintritt: Spenden erwünscht!

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

Infos: Tel. 332 26 94, office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at

  

 

 

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Weitere PROGRAMME und KOOPERATIONEN des Aktionsradius Wien

im Frühjahr 2015 finden Sie auf folgenden Links:
www.aktionsradius.at, www.facebook.com/aktionsradius

 

WEBPORTAL STADTFLANERIEN WIEN:  http://www.stadtflanerien.at

Akkustische Flanerien (Hörbücher), konkrete Flanerien (Stadtspaziergänge),

fotografische und literarische Flanerien durch die 23 Wiener Bezirke

 

RADIO AUGARTENSTADT – Vorstellung der Radiosendung des Aktionsradius Wien

http://o94.at/radio/sendereihe/radio-augartenstadt-die-sendung-des-aktionsradius-wien/

LINK zum NACHHÖREN aller Radiosendungen:  http://cba.fro.at/series/2822

 

RADIO AUGARTENSTADT – Kommende Radiosendungen des Aktionsradius Wien

Sendung am Mo, 23.02.2015: 18-19 Uhr, Radiofrequenz UKW 94.00

Sendung am Mo, 09.03.2015: 18-19 Uhr, Radiofrequenz UKW 94.00

Sendung am Mo, 23.03.2015: 18-19 Uhr, Radiofrequenz UKW 94.00

 

ARENA BAR – BAR DER KÜNSTE – Frühjahr 2015

http://www.aktionsradius.at/primanotte/2015/01/arenabar-01-2015.htm

https://www.facebook.com/pages/Arena-Bar-Variete-Theater-Caf%C3%A8/323367807683?fref=ts

 

 

Dank an die Hauptförderer:        cid:3B54130BE89C45EB9D39035FF1ED555A@AKTIONSRADIUS        cid:1B11252CA88449338A6DD0CE56F2E2D4@AKTIONSRADIUS

 

 

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